Anlassen (auch Kühlen, englisch Annealing) ist ein entscheidender, unsichtbarer Schritt im Glasbläserhandwerk: das kontrollierte, langsame Abkühlen des fertigen Stücks in einem speziellen Ofen. Es entscheidet darüber, ob eine Bong jahrelang hält – oder scheinbar grundlos springt.

Warum muss Glas angelassen werden?

Beim Formen wird Glas ungleichmäßig heiß und kalt. Würde man es einfach an der Luft abkühlen lassen, entstünden innere Spannungen: Die Außenseite erstarrt, während das Innere noch nachgibt. Diese Spannungen bleiben im Glas gefangen – und können später zu Rissen oder plötzlichem Bruch führen, oft ohne äußere Einwirkung.

Wie funktioniert das Anlassen?

Das fertige Stück kommt in einen Kühlofen, der es zunächst auf einer gleichmäßigen Temperatur hält und dann sehr langsam und kontrolliert abkühlt. Dadurch bauen sich die inneren Spannungen ab, und das Glas wird dauerhaft stabil. Je nach Größe kann das Stunden dauern.

Warum ist Anlassen ein Qualitätsmerkmal?

Sauber angelassenes Glas ist deutlich bruchsicherer und langlebiger. Genau hier trennt sich sorgfältiges Handwerk von schneller Massenware: Wer sich die Zeit fürs richtige Anlassen nimmt, liefert Stücke, die halten. Zusammen mit hoher Wandstärke und gutem Borosilikatglas ist es die Basis für Langlebigkeit.

Häufige Fragen

Was passiert ohne Anlassen?
Im Glas bleiben Spannungen – es kann später reißen oder springen, teils ohne äußeren Anlass.

Wie lange dauert das Anlassen?
Je nach Größe von Minuten bis mehreren Stunden im Kühlofen.

Sieht man einem Glas an, ob es angelassen wurde?
Mit bloßem Auge kaum – man merkt es an der Langlebigkeit. Fachleute prüfen Spannungen mit polarisiertem Licht.

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